Sicherheit beim Reisen – der Maschinenbau macht es möglich

Digitale Tickets, Iris-Check, Bodyscanner – modernes Reisen wird für uns immer schneller und bequemer. Doch welcher Aufwand steckt eigentlich dahinter, damit wir uns auf Reisen sicher fühlen können und auch unser Zuhause geschützt wissen?

Quelle: Getty Images/Lester Lefkowitz

Keine Mobilität ohne Maschinenbau

Unübersichtlich, stark vernetzt und mit zusätzlichen Gefahren behaftet – die moderne Beweglichkeit lässt die Welt zusammenwachsen und stellt uns zugleich vor völlig neue Herausforderungen. Allein um 10,5 Millionen Fluggäste auf 110.000 Flügen täglich sicher ans Ziel zu bringen, bedarf es Unmengen von intelligenten Lösungen. Ganz zu schweigen vom Sicherheitsbedürfnis in den eigenen vier Wänden und im nie versiegenden Schienen- und Straßenverkehr. Die fiktive Urlaubsreise einer fiktiven Person zeigt, wie modernste Technik unser mobiles Leben ermöglicht und absichert.

Sicherheit am Flughafen

Jetzt noch der große Rollkoffer. Der Taxifahrer hievt ihn hinaus. Katrin Thiel hat noch ein gutes Stündchen, bis ihr Flug nach Miami aufgerufen wird. Sie beschließt, gleich einzuchecken. So ist sie das schwere Gepäck los und kann sich entspannt im Duty-free-Bereich umsehen. Hier fühlt sie sich wohler, denn im öffentlichen Bereich des Flughafens hat sie wegen der erhöhten Terrorgefahr ein mulmiges Gefühl.

Automatisierte Bordkartenkontrolle am Flughafen

Check-in und Gepäckaufgabe klappen wie immer reibungslos. Bleibt noch die Kontrolle des Boardingpasses. Früher hat das aufgehalten. Jetzt, mit den Automatik-Gates, geht es wie am Schnürchen: Ticket in den Barcode-Leser einlegen, kurz warten, bis das System die Flugdaten verifiziert hat – und schon lässt ein Gleitflügelmechanismus die Durchgangssperre aus Glas verschwinden. Ab hier kann Katrin Thiel sicher sein, dass sie nur noch von Fluggästen mit Ticket umgeben ist. Denn die ausgefeilte Sensorik im Schleusensystem wacht darüber, dass Personen nur einzeln und mit Flugticket hineinkommen. Auch für das Flughafenmanagement bringen die vollvernetzten Automatik-Gates ein großes Plus: Sie liefern Echtzeit-Informationen, mit denen sich Passagierströme und logistische Abläufe besser lenken lassen.

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Elektronische Spürnasen unterstützen die Gepäckkontrolle am Flughafen

Derweil laufen hinter den Kulissen weitere Gepäckkontrollen. Damit keine Sprengstoffe oder Drogen in den Frachtraum gelangen, werden Koffer und Taschen von Spürhunden beschnüffelt und/oder mit handlichen Hightech-Geräten kontrolliert, die mit optischen, elektrischen und chemischen Verfahren die gesuchten Substanzen aufspüren. Winzigste Mengen – ein Milliardstel oder sogar ein Billionstel der angesaugten Luft – genügen für den Nachweis. Parallel dazu wird das Handgepäck der Passagiere beim Sicherheits-Check in Röntgenschleusen per Sichtkontrolle auf gefährliche Gegenstände untersucht.

Passkontrolle leichtgemacht

Katrin Thiel ahnt von den meisten Schutzmaßnahmen im Hintergrund nichts. Sie möchte noch Gastgeschenke für ihre Freunde besorgen – vielleicht einen edlen Cognac und ein Parfüm. Die noch ausstehende Passkontrolle ist für Katrin Thiel eine reine Formalität – für sie als EU-Bürgerin ist sie seit Einführung des Systems EasyPASS kinderleicht. Legt sie ihren Reisepass in den Scanner, liest das System die gespeicherten Personen- und Bilddaten vom Chip, der in die Passhülle integriert ist. Dann öffnen sich die Flügeltüren zur Kameraschleuse. Das System vergleicht die biometrischen Merkmale ihres Gesichts auf dem Kamera- und dem Passbild. Nach wenigen Sekunden gibt es den Weg zum Flugzeug frei. Alles in allem dauert die Passkontrolle so nur noch wenige Sekunden.

EasyPASS – die automatisierte Passkontrolle

EasyPASS wird seit 2014 schrittweise ausgebaut und ist an sieben Standorten in Betrieb. Bereits 2016 wurden fast 9,6 Millionen Reisende abgefertigt – Tendenz steigend. Trotzdem gewährleistet das System das hohe Sicherheitsniveau grenzpolizeilicher Kontrollen – bei steigendem Komfort für die Reisenden.

Organische und gedruckte Elektronik

Organische und gedruckte Elektronik steht für eine revolutionäre neue Art Elektronik, die dünn, leicht, flexibel, robust, kostengünstig und massenproduktfähig zugleich ist. Sie eröffnet neue Einsatzfelder durch die Integration von Elektronik in alle Gegenstände des täglichen Lebens. Hierbei werden organische Funktionsmaterialien mit Massendruckverfahren zur Herstellung von Elektronikkomponenten kombiniert. Durch ihre Flexibilität macht diese Technologie etliche Anwendungen überhaupt erst möglich, in denen Silizium-Elektronik aufgrund ihrer starren Beschaffenheit wenig Chancen hat.

Gedruckte Elektronik – das sind flexible Batterien, Datenspeicher, Schaltkreise und hauchdünne Displays oder Sensoren. Die Technologie gilt als Schlüssel für das Internet der Dinge und könnte künftig milliardenfach Anwendung finden. Sei es auf smarten Verpackungen, zur Prozessüberwachung oder zur Nachverfolgung hochwertiger Waren, bei aufrollbaren Displays, Leuchttapeten, flexiblen Solarzellen oder Einweg-Diagnosegeräten.

Gedruckte Elektronik – wie geht das?

Superdünn und flexibel – leitfähige Flüssigkeiten und Pasten auf einem Träger ermöglichen völlig neue Designs und Funktionalitäten für elektronische Bauteile.

Edles Tröpfchen oder dreiste Fälschung?

Moderne Verpackungen betonen die Wertigkeit von Premium-Spirituosen und edlen Parfüms. Raffinierte Lichteffekte mit Glanz- und Mattlack, feine Prägungen für haptische Aha-Effekte oder metallisch schillernde Farben erregen die Aufmerksamkeit der Käufer. Das funktioniert auch bei Katrin Thiel. Sie greift einen Cognac in edler Verpackung: ein mattschwarzer Karton, darauf reliefartig hervorgehoben der golden glänzende Markenname samt Siegel. Schon der aufwendige Druck ist eine Hürde für Produktfälscher. Was Katrin Thiel nicht sieht, sind ebenfalls drucktechnisch applizierte Mikroprägungen und das smarte Label, das einen hauchdünnen RFID-Chip bedeckt. Darauf sind sowohl die Abfülldaten als auch die gesamte Lieferkette dokumentiert.

Radio-Frequency Identification (RFID) ist eine Technik zur automatischen und berührungslosen Nachverfolgung und Identifizierung von Produkten oder Lebewesen. Auf einem wahlweise aktiven oder passiven Funkchip sind elektromagnetisch codierte Informationen gespeichert, die auch über größere Distanzen berührungslos abgerufen werden können. RFID-Chips lassen sich u. a. mit Druckverfahren so flach und flexibel fertigen, dass sie sich in Produktetiketten integrieren lassen.

Verpackung schafft Transparenz

Solche gedruckte Elektronik schafft spürbar mehr Sicherheit für Hersteller und Kunden. Unterbrochene Kühlketten, Unstimmigkeiten im Handling sensibler Pharmaprodukte oder die Lieferwege sicherheitsrelevanter Ersatzteile und hochwertiger Konsumgüter werden exakt dokumentiert. Katrin Thiel muss sich trotz der günstigen Preise im Duty-free-Shop keine Gedanken darüber machen, ob die Parfüms und Spirituosen in den Regalreihen echt sind oder nicht.

Organische und gedruckte Elektronik

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Elektronisch gesichert – vom Handgepäck bis zum Duty-free-Shopping

Beim Check-in sorgt modernste Technik für Sicherheit und gewährleistet reibungslose Abläufe mit kurzen Wartezeiten.

Das Gefährlichste am Fliegen ist die Fahrt zum Flughafen

Dass wir heute so sicher fliegen können, liegt an der immensen Entwicklung in der Luftverkehrssicherheit. Obwohl sich die Zahl der Flüge weltweit in den letzten 20 Jahren nahezu verdoppelt hat, ist die Unfallrate um mehr als 80 Prozent gesunken. Interessanterweise ist der gefährlichste Teil einer Flugreise nicht der Flug selbst, sondern die Anfahrt mit dem Auto. Die Wahrscheinlichkeit, im Straßenverkehr zu sterben, ist fast tausendmal höher als die, mit dem Flugzeug tödlich zu verunglücken.

1.969

Passagiere

verunglückten tödlich im Jahr 1996 im weltweiten Flugverkehr. Von damals 19 Millionen Flügen stürzten 58 Maschinen ab. (Quelle: Aviation Safety Network)

905

Passagiere

verunglückten tödlich im Jahr 2006. Von nun bereits 24 Millionen Flügen weltweit stürzten noch 33 Maschinen ab. (Quelle: Aviation Safety Network)

1,25

Millionen

Menschen sterben weltweit jedes Jahr laut WHO bei Unfällen im Straßenverkehr. (Quelle: Aviation Safety Network)

325

Passagiere

verunglückten tödlich im Jahr 2016 bei den weltweit 19 Flugzeugabstürzen. Die Zahl der Flüge betrug in diesem Jahr bereits 35 Millionen. (Quelle: Aviation Safety Network)

2016 – eines der sichersten Jahre der Luftfahrtgeschichte

Trotz der erhöhten Terrorgefahr ist man selten so sicher geflogen wie im Jahr 2016. Von den 35 Millionen Flügen weltweit sind 19 Maschinen abgestürzt – das entspricht 0,0001 Prozent.

Die Statistik zeigt zudem, dass Start und Landung – also die Phasen, bei denen die Menschen in der Regel am meisten Angst haben – weitaus weniger störanfällig sind als der Flug auf regulärer Höhe.

Quelle: Aviation Safety Network

„Additiv gefertigte Komponenten sind sicher“

Der industrielle 3D-Druck vereint additive Fertigungsverfahren, mit denen eine breite Palette an Kunststoffen und Metallen zu komplexen Bauteilen verarbeitet werden kann. Da durch diese schichtende Bauweise (additive Fertigung) der Werkzeugbau weitestgehend entfällt und dem Design kaum noch Grenzen gesetzt sind, interessieren sich immer mehr Branchen für diese noch junge Technologie.

VDMA: Herr Sander, kommen in Passagierflugzeugen von Airbus schon additiv gefertigte Bauteile zum Einsatz?

Peter Sander: Ja, in unserem Airbus A350 ist das der Serienstandard. Über 500 Teile werden additiv gefertigt, vor allem Kunststoffhalter für Kabelbäume, Leitungen und Rohre im Inneren des Flugzeugs. Daneben setzen wir im Militärtransporter A400M erste additiv gefertigte Metallkomponenten ein: doppelwandige Kerosinleitungen, die im Fall einer Leckage eine zusätzliche Sicherheitsreserve bieten.

VDMA: Was sind aus Ihrer Sicht die zentralen Vorteile der additiven Fertigung?

Sander: In erster Linie geht es um die Gewichtseinsparung. Wir können mit additiven Verfahren Bauteilstrukturen entlang der auftretenden Kraftverläufe aufbauen und dafür rundherum Material einsparen. Das reduziert das Gewicht um 30 bis 55 Prozent, führt dazu, dass wir sehr viel weniger Material brauchen, und verringert den Kraftstoffverbrauch. Zusätzlich ist der gesamte Herstellungsprozess CO2-optimiert. Additiv gefertigte Bauteile sind also sehr ressourcen- und CO2-effizient. Und dank der hohen Flexibilität der Fertigungsverfahren können wir Flugzeuge individueller an die Wünsche unserer Kunden anpassen.

VDMA: Welche „Druckmaterialien“ sind denn für den Flugzeugbau relevant?

Sander: Im Metallbereich sind es schweißbare Materialien: Edelstahl, Aluminium- und Titanlegierungen. Die ersten Serienbauteile sind aus Titan, weil hier die größten Einsparpotenziale zu heben sind. Im Kunststoffbereich setzen wir bislang vor allem auf Polyamide und auf Polyetherimid (PEI), das im geschmolzenen Zustand Schicht für Schicht zu Bauteilen aufgebaut wird.

VDMA: Sind solche additiv gefertigten Komponenten sicher?

Sander: In der Luftfahrt durchläuft jedes Bauteil unabhängig vom Fertigungsverfahren aufwendige zerstörungsfreie und zerstörende Prüfungen. Wenn wir das Bauteildesign mit Blick auf die additive Fertigung ändern, dann müssen wir nachweisen, dass sich unsere Berechnungen und Simulationen mit der Realität decken. Zusätzlich unterliegen auch die Fertigungsprozesse selbst strengen Zulassungsbedingungen, für die langjährige Nachweisprogramme zu absolvieren sind. Kein Passagier braucht sich Sorgen um die Sicherheit „gedruckter“ Teile zu machen.

Peter Sander

Airbus, Vice President Emerging Technologies & Concepts

Peter Sander ist seit über 35 Jahren bei Airbus in Hamburg tätig. Seit 2010 leitet der Produktionsingenieur dort den Bereich Emerging Technologies & Concepts Deutschland. Im Jahr 2015 war er gemeinsam mit Prof. Dr.-Ing. Claus Emmelmann, Geschäftsführer der LZN Laser Zentrum Nord GmbH, und Frank Herzog, Geschäftsführer der Concept Laser GmbH, Finalist des Deutschen Zukunftspreises. Projekttitel: „3D-Druck im zivilen Flugzeugbau – eine Fertigungsrevolution hebt ab“. Quelle: Airbus Operations GmbH

Evolution zum Ausdrucken

Im Zeitraffer nachvollziehen, wozu die Evolution hundert Millionen Jahre gebraucht hat? 3D-Druck-Technologie macht es möglich. So lässt sich die Meeresschnecke Drupa ricinus scannen und aus unterschiedlichsten Materialien maßstabsgetreu nachdrucken: von der Miniatur bis zum drei Kubikmeter großen Riesenexemplar.

Sicherheit mit System

Zur stetigen Verbesserung der Sicherheit gehört nicht nur die permanente technologische Weiterentwicklung der einzelnen Bauteile, sondern auch die Optimierung jedes einzelnen Arbeitsschrittes:

  • Piloten und Besatzungen absolvieren regelmäßig Trainings
  • Häufige Wartungen und Sicherheits-Checks
  • Umfassende Meldepflichten schaffen Transparenz bei Störungen und gefährlichen Ereignissen, damit alle Beteiligten daraus lernen
  • Jedes Bauteil und jeder Prozess durchläuft strenge Zertifizierungen
  • Die gesamte Flugzeugtechnik ist durch Rückfallsysteme doppelt gesichert

Mit Sicherheit willkommen

Nach zehnstündigem Flug ist die Maschine sicher am Miami International Airport gelandet. Jetzt muss Katrin Thiel zuerst ihr Gepäck abholen – und natürlich auschecken.

Vor der Einreise in die Vereinigten Staaten durchläuft sie eine erneute automatisierte Passkontrolle. Diesmal erfolgt jedoch neben dem Blick in die Kamera eine weitere biometrische Überprüfung. Dafür muss sie in der Sicherheitsschleuse ihre Daumen-, Zeigefinger- und Mittelfingerkuppe auf ein Touchpad drücken. Der Fingerprint-Sensor erfasst die feinen Papillarlinien der Fingerkuppen und gleicht sie sekundenschnell mit den Fingerabdrücken ab, die im Chip ihres Passes gespeichert sind. Die hohe Geschwindigkeit und die Zuverlässigkeit dieser Prüfung gründen auf dem perfekten Zusammenspiel optischer Sensoren mit einer Ultraschall- oder Infrarotsensorik. Dies stellt sicher, dass die Reisenden ihre echten Finger auflegen.

„Additiv gefertigte Komponenten sind sicher“

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Biometrie – was ist das eigentlich?

An diversen biometrischen Merkmalen lassen sich Menschen zweifelsfrei identifizieren. Fingerabdrücke, Iris, Hand- und Gesichtsgeometrien sowie die DNA sind bei jedem Menschen einzigartig, konstant und messbar. Biometrische Erkennungssysteme nutzen vor allem optische, thermische und elektromagnetische Sensoren, um die jeweiligen Merkmale zu ermitteln. Software gleicht diese dann mit den gespeicherten Daten der Person ab.

Früher vor allem in der Forensik benutzt, werden Fingerabdruck-Scanner heute zur Einreisekontrolle sowie in Smartphones und Computern eingesetzt. Quelle: Fotolia/Ralf85
Besonders in Hochsicherheitsbereichen finden Iris-Scanner Anwendung. Quelle: Fotolia/Billionphotos.com

Iris-Scanner werden oft sehr kritisch beurteilt, deshalb findet dieser biometrische Code im privaten Bereich zurzeit nur selten Anwender. Erste Mobiltelefone benutzen die Technologie allerdings schon, sodass die Verbreitung in Zukunft wahrscheinlich zunehmen wird.

Moderne Sensorik erhöht Sicherheitsempfinden

Durch den schnellen biometrischen Abgleich der realen Person mit den gespeicherten Passdaten haben die Sicherheitsbehörden im Blick, wer wann ins Land einreist oder ausreist. Durch diese modernen, vernetzten Sensorsysteme können Staaten die Besucher genauso kontrollieren, wie es zum Beispiel in Gebäuden mit hoher Sicherheitsstufe üblich ist.

Dank der leistungsfähigen Sensorsysteme entstehen trotz des zusätzlichen Sicherheits-Checks kaum Wartezeiten an den Schleusen.

Wertsachen im Hotelzimmer? – Kein Problem       

Im Hotel angekommen, erlebt Katrin Thiel etwas Neues: ein vollvernetztes Zugangssystem zu ihrem Hotelzimmer. Statt die Tür mit der üblichen RFID-Karte zu öffnen, hält sie ihr Smartphone ans Schloss. Per Bluetooth erkennt das Schloss automatisch ihre Zugangsberechtigung. Eine App wird ihr später am Tag auch noch den Weg zum nächsten Geldautomaten weisen und ein Taxi bestellen. Aber sichert so ein smartes System die Tür genauso zuverlässig wie ein normales Schloss? Und was passiert, wenn jemand das Smartphone klaut? Sicherheitshalber ruft sie die Rezeption an und fragt nach einem sicheren Ort für Laptop, Kreditkarten und Schmuck. Glücklicherweise gibt es im Zimmer einen zertifizierten Tresor.

Biometrie – was ist das eigentlich?

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Wie „safe“ ist Ihr Safe wirklich?

Hoteltresore ohne Zertifizierung sind häufig in kurzer Zeit zu öffnen – manche können sogar ohne Einbruchswerkzeug „geknackt“ werden. Wertvolle Gegenstände sollten deshalb lieber in dem Tresor an der Hotelrezeption gelagert werden.

Diese Schutzmaßnahmen helfen

Die europäische Zertifizierungsstelle ECB (European Certification Body) in Frankfurt am Main rät dazu, vor allem die Fenster und Türen zu verstärken. Eine professionelle Sicherung sorgt dafür, dass Einbrecher länger für das Aufbrechen brauchen. Zeit, die sie bei ihren Einbruchsversuchen nicht haben. Denn Einbrecher kalkulieren sehr genau, wie viel Zeit ihnen für das gewaltsame Öffnen von Fenstern oder Türen bleibt und wie hoch das Risiko ist, ertappt zu werden. Moderne Sicherheitstechnik schreckt sie ab und sorgt dafür, dass sie zu schlechter gesicherten Objekten weiterziehen.

Fenster und Türen sind die Schwachstellen jeder Wohnung und jedes Hauses. Quelle: Polizeiliche Kriminalprävention

Die ECB vergibt Zertifizierungsmarken gemäß der Europäischen Norm EN 1627 für einbruchhemmende Fenster und Türen. Die Norm enthält sogenannte RC-Klassen von 1 bis 6, die aber nicht alle von der Polizei empfohlen sind. Als Faustregel gilt: Je höher die RC-Klasse, desto länger braucht ein Einbrecher, um Fenster und Türen zu öffnen. Für den privaten Bereich sind die Klassen RC 2 und RC 3 meist ausreichend. Damit gekennzeichnete Produkte lassen sich nur schwer mit Schraubendrehern, Keilen oder Brecheisen aufhebeln.

Ab Klasse RC 4 bieten die Produkte auch Schutz gegen brachiale Versuche mit Axt, Hammer und Meißel oder Bolzenschneider sowie gegen Winkelschleifer und elektrische Säbelsägen. Wegen des Lärms nutzen Einbrecher diese Mittel eher nur in abgelegenen Gegenden. Viele genormte und zertifizierte Türen und Fenster lassen sich auch nachträglich einbauen. Interessierte sollten hier auf die Normen DIN 18104-1 und DIN 18104-2 achten.

Einbrecher per Handy ertappt

Die Vernetzung und der Trend zum Smart Home sichern privates Eigentum immer besser gegen Einbrecher ab. Wohnungen kann man zum Beispiel mit einem kamerabasierten System mit Bewegungsmeldern absichern. Sobald jemand ins Sichtfeld der Kamera tritt, sendet das System eine Warnung samt Filmsequenz aufs Smartphone. Auch die Wohnungstür kann mit einem Sensor ausgerüstet werden. Ebenso kann das Licht ferngesteuert oder per Zeitschaltuhr an- und ausgeschaltet werden.

Neben elektronischen und biometrischen Schlössern genießen Smart-Home-Anwendungen bei Hausbesitzern immer größere Beliebtheit. Quelle: BURG-WÄCHTER KG
Die Bildauflösung nimmt bei Überwachungskameras stetig zu. Zusätzlich lassen sich viele Kameras per Smartphone steuern. Quelle: BURG-WÄCHTER KG
Elektronische Überwachung hält auch in Tresoren Einzug. Quelle: Stacke GmbH

Urlaubszeit ist Einbruchszeit

Die Wertsachen im Hotel sind nun sicher – doch wie sieht es mit denen aus, die zuhause geblieben sind? Leider kennt der statistische Trend seit vielen Jahren nur eine Richtung: Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland steigt und steigt. Gab es 2008 rund 108.000 Einbrüche, waren es 2016 mehr als 151.000 Fälle. Hinzu kommen zehntausende Einbrüche in Büros, Werkstätten und Geschäftsräume. Doch gegen Einbrüche kann man sich wehren.

Sicherheit ist hart erarbeitet – daheim und auf Reisen

Ob automatisiertes Boarding und biometrische Identitätsprüfung bei der Ein- und Ausreise an Flughäfen, ob Flugsicherheit oder wirkungsvolle Schutzmaßnahmen gegen Einbrecher und Produktfälscher – die Sicherheit hängt in jedem dieser Fälle entscheidend von intelligenten Produkten und Prozessen des Maschinenbaus ab. Sensoren, Schleusensysteme, Schlösser, Tresore sowie einbruchsichere Fenster und Türen gehören ebenso dazu wie sicherheitsrelevante Bauteile in Flugzeugen und smarte Verpackungen. Mit der stark zunehmenden Digitalisierung und Vernetzung wird es für Kriminelle in Zukunft noch schwerer, die Sicherheitssysteme zu überlisten. Und weil Sensor- und Kontrollsysteme nicht nur Flughäfen und Bahnhöfe absichern, sondern auch industrielle Fertigungsprozesse, gehen auch die Gefahren durch Produktionsfehler zurück.

Wir reisen, um die Vielfalt der Welt kennenzulernen. Der Maschinenbau trägt mit seinen Lösungen dazu bei, dass Frau Thiel und wir alle diese Vielfalt sorgenfrei genießen können.

 

Diese Schutzmaßnahmen helfen

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Weiterführende Links zum Thema Sicherheit

The European Certification Body

Die European Certification Body (ECB) GmbH ist neutrale Zertifizierungsstelle nach ISO/IEC 17065. Die von ihr vergebene ECB•S-Zertifizierungsmarke garantiert höchste Sicherheitsmerkmale nach den Europäischen Normen.

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Aviation Safety Network

Das Network wertet als private, unabhängige Initiative seit 1996 Unfälle und sicherheitsrelevante Zwischenfälle im internationalen Flugverkehr aus.

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Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) 2016

Die PKS gibt jährlich die der Polizei bekannt gewordenen Straftaten in Deutschland an. Enthalten sind sowohl abgeschlossene Straftaten als auch Versuche, z. B. nicht erfolgreicher Wohnungseinbruchdiebstahl, sowie die Aufklärungsquote der Polizei.

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VDMA-Arbeitsgemeinschaft Additive Manufacturing

Die Arbeitsgemeinschaft Additive Manufacturing im VDMA bietet ihren Mitgliedern aus Industrie und Forschung alles rund um die Technologien des industriellen 3D-Drucks.

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Die Autoren

Dr.-Ing. Markus Heering

Geschäftsführer VDMA Druck- und Papiertechnik

Dr.-Ing. Markus Heering ist Geschäftsführer der VDMA-Fachverbände Druck- und Papiertechnik sowie Sicherheitssysteme und der AGAM (Arbeitsgemeinschaft Additive Manufacturing). Zusätzlich führt er auch folgende Organisationen: ESSA e. V. (European Security Systems Association), ECB GmbH (European Certification Body), FGD e. V. (Forschungsgesellschaft Druckmaschinen) und PrintPromotion GmbH.

Jessica Göres

Referentin für Öffentlichkeitsarbeit und Marktforschung, VDMA Druck- und Papiertechnik

Seit 2016 verantwortet Jessica Göres die Öffentlichkeitsarbeit im Fachverband Druck- und Papiertechnik und ist für Statistik und Marktforschung zuständig. Dabei informiert sie über aktuelle Entwicklungen in der Druck- und Papiertechnik und unterstützt die Mitgliedsfirmen mit Marktdaten, Statistiken und Prognosen.

Thilo Brückner

Geschäftsführer Fachverband Electronics, Micro and Nano Technologies (EMINT)

Thilo Brückner ist Geschäftsführer des Fachverbandes Electronics, Micro and Nano Technologies im VDMA. Dieser beinhaltet die beiden Fachabteilungen Productronic und Micro Technologies. Zudem ist auch der Industriekreis Batterieproduktion am Fachverband angedockt.

Daniel Müller

Referent im Fachverband Electronics, Micro and Nano Technologies (EMINT)

Seit 2016 bearbeitet Daniel Müller im VDMA das Thema Elektronikproduktion in der Fachabteilung Productronic im Fachverband Electronics, Micro and Nano Technologies. Hier stehen vor allem Themen für die Halbleiter-, Display- und Leiterplattenproduktion sowie andere elektronische Bauteile im Fokus.

Sophie Verstraelen

Referentin in der Arbeitsgemeinschaft Organic and Printed Electronics Association (OE-A)

Sophie Verstraelen verantwortet seit 2015 die Öffentlichkeitsarbeit der Arbeitsgemeinschaft Organic and Printed Electronics Association im VDMA. Darüber hinaus ist sie auch verantwortlich für die Arbeitskreise Demonstrator und Sustainability innerhalb der Arbeitsgemeinschaft.

Falko Adomat

Referent im Fachverband Sicherheitssysteme

Falko Adomat arbeitet seit 2010 im VDMA-Fachverband Sicherheitssysteme in den Bereichen Marktbeobachtung, Statistik und Standardisierung und unterstützt VDMA-Mitglieder in Fragen des Schutzes vor Einbruchdiebstahl.